Introversion und Extraversion sind zwei gegensätzliche Persönlichkeitseigenschaften, die mit dem sozialen Umgang und gesellschaftlichen Interaktionen zu tun haben, werden aber oft falsch verstanden und missinterpretiert. Wissenschaftler gehen heutzutage davon aus, dass Introversion und Extraversion genetische und biologische Ursachen haben.

Introvertierte Menschen sind nicht scheu, sie werden häufig als zurückhaltend, in sich gekehrt und ruhig oder still beschrieben. Dies stimmt so aber nicht ganz, dies ist lediglich ihr äusserliches Auftreten. Introvertierte Menschen richten ihren Fokus, wie der Name es schon besagt, auf ihr eigenes Innenleben. Extravertierte Menschen holen sich ihre Energie aus dem Umfeld, von sozialen Interaktionen mit anderen Menschen. Introvertierte Menschen hingegen fühlen sich von solchen Interaktionen schnell ausgelaugt, sie brauchen mehr Zeit für sich selbst und schöpfen daraus Kraft. 

Introvertierte Menschen empfinden Freundschaften und soziale Interaktionen ebenso als Bereicherung für ihr Leben, sie brauchen allerdings nicht so viel davon und erleben dies nicht als Quelle ihrer Energie. Sie verbringen Zeit mit ihren nächsten Menschen lieber in Ruhe und im Austausch von Meinungen und ihnen wichtigen Diskussionsthemen, wo hingegen extravertierte Menschen lieber mehr Action haben, etwas Spannendes unternehmen und auch den Austausch in grösseren Gruppen geniessen. 

Extravertierte (oder auch extrovertierte) Menschen haben eine stärker nach aussen gerichtete Haltung und brauchen soziale Kontakte, um sich gut zu fühlen. Ohne sozialen Austausch gehen extravertierte Menschen ein und fühlen sich energielos. Pandemiebedingte Lockdowns sind besonders für alleinstehende extravertierte Menschen sehr schwierig. Sie wirken oft sehr energisch, abenteuerlustig und enthusiastisch. Sie leben im Aussen und verfügen meist über ein starkes Selbstbewusstsein und können schnell Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen aufbauen.

Dann gibt es als sprichwörtliches Mittelmass noch den ambivertierten Menschen. Solche Menschen können sich selbst nicht nur dem Introvertierten oder dem Extravertierten zuschreiben oder klassifizieren sich als keines der beiden «Extreme». Sie sind situationsbedingt angepasst und ihr eigenes Naturell muss sich dabei allerdings nicht äussern. Sie besitzen die Fähigkeit, Extraversion sowie Introversion aufzuweisen und sind daher, zumindest äusserlich gesehen, anpassungsfähiger in unterschiedlicher Gesellschaft. Sie verfügen meist über bessere soziale Kompetenzen und können trotzdem sehr reflektiert sein. Sie haben ein gutes Verständnis für soziale Situationen und sind häufig gute Redner und ebenso gute Zuhörer. Sie können gut und gerne auch alleine sein, geniessen aber auch Gesellschaft und soziale Interaktionen. Von den drei Persönlichkeitseigenschaften wirken diese Menschen meist am sympathischsten, weil sie als angenehm wahrgenommen werden. 

Glücklicherweise gehören die meisten Menschen zur Gruppe der ambivertierten Persönlichkeiten. 

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