Es gibt viele verschiedene Arten von Beziehungen; geschäftliche, freundschaftliche, familiäre und romantische Beziehungen, um einige zu nennen.

In allen Arten von Beziehungen mit Menschen wird auch gestritten, Konflikte werden ausdiskutiert und im besten Fall wird eine Lösung oder ein Kompromiss gefunden.

In Streitgesprächen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten von Verläufen. Weil Menschen nicht unfehlbar und zugleich facettenreich sind, gibt es eine Unmenge an möglichen Endszenarien für einen Streit. Wie wir auf verschiedene Situationen reagieren, ist nicht immer vorhersehbar und deswegen sagt dies so viel über uns als Menschen und als Beziehungspartner aus. Viele Menschen haben eine Art automatische Reaktion auf Konflikte, sie brechen in Tränen aus, reagieren abweisend oder sehr dramatisch. In Konfliktsituationen solltest du immer darauf achten, dein Gegenüber mit Respekt zu behandeln. 

Es gibt auch Paare, die sich nie streiten. Solche Beziehungen sind trotzdem nicht immer glücklich, die Partner leben darin meist aneinander vorbei und einigen sich «zuliebe» der Harmonie einfach ständig. Konflikte sind Teil von Intimität und durch schwierige Meinungsverschiedenheiten lernt man mehr über den Partner und auch über sich selbst. Wenn es allerdings nie zu Konfliktsituationen kommt, kann auch die Beziehung sehr selten in die Tiefe gehen und somit ein neues Niveau an Intimität erreichen. 

Eine gesunde und gepflegte «Streitkultur» in Beziehungen kann auch eine Art und Weise sein, wie eine ungute Atmosphäre oder ein schwelgendes Problem in der Beziehung verarbeitet wird. Es gibt dabei allerdings eine sehr dünne Linie zwischen gesundem Streiten und toxischem Konflikt, der Verletzungen zur Folge haben kann.

Paare, die nach einem Streit Sex haben, könnten sich plötzlich in einer verzwickten Situation von wirren Assoziationen von körperlicher Intimität mit Konflikten wiederfinden. Niemals wütend zu Bett zu gehen, scheint eine bessere Anleitung für das Wohlergehen der Beziehung zu sein. Wenn aber verletzende Äusserungen gemacht wurden, lohnt es sich doch manchmal, etwas Zeit vergehen zu lassen und mit neuer Energie an den Konflikt zu gehen. Es hilft dabei auch, sich mit nahestehenden Menschen auszutauschen, die die Situation rationeller betrachten und Rückmeldung zum eigenen Verhalten im Konflikt geben können. 

Viele Experten sind der Meinung, dass es nicht darum geht, ob ihr euch streitet und nicht einmal, ob es unbedingt eine Konfliktbewältigung oder -Resolution geben muss, es geht lediglich darum, wie ihr streitet und was zwischen den Konflikten passiert. Ein Konflikt ist dann gesund und fördernd für eine Beziehung, wenn es zwischen Streitigkeiten eine ruhige Atmosphäre gibt und die Partner gegenseitig immer mit Respekt behandelt werden und beide aus Liebe agieren.

Hier erfährst du von einigen ungesunden Streittaktiken, vor denen du dich (bei dir selbst oder bei deinem Partner) hüten solltest:

  • Aus einer Mücke einen Elefanten machen
    Wenn aus einer kleinen Sache plötzlich ein Desaster von apokalyptischer Natur wird, kann dies ein ungutes Zeichen für die Beziehung sein.
  • Es wird persönlich
    Wenn es scheinbar urplötzlich um einen Aspekt an dir oder an deinem Partner geht, der nicht einfach zu verändern ist (bspw. natürliche Figur oder Charakterzug). Noch schlimmer ist es, wenn dabei ein Aspekt angegriffen wird, der sowieso schon für Unsicherheit bei der Person sorgt. Dies bringt auch den stärksten Selbstwert ins Zweifeln.
  • Die Vergangenheit vorwerfen
    Eine alte Wunde oder ein vergangenes Fehlverhalten wird hier anstelle des Konfliktthemas thematisiert.
  • Unfaires einbringen
    Vorwürfe sind immer eine schlechte Idee in Beziehungen. Anstatt Wünsche zur Veränderung zu äussern, wird dem Gegenüber viel Anderes vorgeworfen: die schlechte Stimmung, die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, die Familie etc. 
  • Sex als Drohmittel
    Eine oft verwendete Manipulation für gutes oder schlechtes Benehmen des Partners. Dies führt dazu, dass Sex als Bestrafung oder als Belohnung verwendet wird.

Meist sind solche ungesunden Streittaktiken schwer auf Anhieb zu erkennen, sie schleichen sich langsam in Beziehungskonflikte ein oder sind von Anfang an präsent. Diese gilt es allerdings möglichst früh zu erkennen, da dies ein Zeichen oder eine sogenannte «red flag» sein kann, ein Anzeichen für ungesundes oder auch toxisches Verhalten. Du kannst andere Menschen nicht kontrollieren, nur deine eigene Art und Weise, wie du darauf reagierst hast du tatsächlich in der Hand.

In solchen Situationen würde es sich lohnen, Zwiegespräche zur Deeskalation zu machen. Darüber erfährst du bald mehr, hier im Blog.

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