Im letzten Artikel haben wir uns verschiedene Beweggründe fürs Fremdgehen angesehen, sowie die Archetypen abgehandelt. Es gibt neben diesen Gründen aber auch Leute, die ohne «guten Grund» betrügen. Bei diesen Menschen handelt es sich um ein chronisches Verhaltensmuster, wo es weniger um die andere Person in der Affäre geht, sondern mehr darum, dass keine monogame Beziehung Bestand haben kann. Es geht hier auch manchmal um längerfristige Nebenbeziehungen, als um eine einzelne Nacht mit einem Fremden. Wir verwenden hier wieder einfachheitshalber die männliche Form.

In einer Studie aus dem Jahr 2014 wurde sexueller Narzissmus (der Glaube an die eigene sexuelle Potenz) in Korrelation zum Fremdgehen untersucht. Experten sind sich sicher, dass es zwischen chronischen Betrügern und Narzissmus klare Zusammenhänge gibt. Logischerweise sind solche Schlüsse zu ziehen, da es einem Narzissten stets einzig um das eigene Wohlergehen und die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse geht und die Gefühle und die Zufriedenheit des Partners sind weit weniger wichtig, wenn nicht sogar gleichgültig. Narzissten fehlt die Empathie für andere Menschen und sie selbst sehen sich als das ultimativ Beste. Gepaart mit dem ständigen Verlangen nach externer Bewunderung, ist es einfach zu verstehen, weshalb gerade narzisstische Menschen viel eher fremdgehen und sie dabei nicht verstehen, warum die eigene Befriedigung zugunsten einer Beziehung «eingeschränkt» werden sollte.

Die Verhaltensforscherin Carmen McGuiness sieht einen Zusammenhang zwischen Fremdgehen und Narzissmus mit der Psychopathie, worin sie die Wahrscheinlichkeit für chronisches Betrügen bei solchen Menschen bei 95% einschätzt. Schuldgefühle und Reue zu verspüren ist diesen Menschen schlichtweg nicht gegeben. 

Bei chronischem Betrügen gilt es wiederum verschiedene Typen zu unterscheiden:

  • «Der Abenteurer»
    Dieser Mensch hat sich zwar ursprünglich für eine monogame Beziehung entschieden, sucht nun aber ständig nach etwas «Neuem» oder «Aufregendem». Die Verletzlichkeit des Partners ist ihm dabei egal und er verfolgt dementsprechend sein «Ziel» uneingeschränkt von moralischen Grundsätzen.
  • «Der Egoist»
    Hier handelt es sich um eine Person mit ernstzunehmenden, tieferliegenden Problemen. Solche Menschen können auch dem Partner gegenüber misshandelnd, beleidigend, oder gewalttätig sein und sich praktisch gezwungen fühlen, Kontrolle und Macht über andere Menschen ausüben zu können (sei es nun in der Beziehung oder in der Affäre). Viele dieser Menschen haben keinerlei schlechtes Gewissen aufgrund ihres Verhaltens, gehören oft auch dem Spektrum der Persönlichkeitsstörungen an, wie z.B. psychopathisch, anti-sozial, narzisstisch usw. Diesem Menschen wird auch in einer Therapie nur schwer geholfen, denn er selbst sieht das «Problem» nicht ein und will an seinem Verhalten, seinem Denkmuster und seinen Gefühlen und Emotionen nichts ändern. Er wird die Affäre auch nicht seinerseits beenden, vorausgesetzt, alle involvierten Menschen machen mit (einige womöglich nicht im Bewusstsein über die wahre Situation), dies muss entweder von dem Beziehungspartner oder der Affäre getan werden. Diese Menschen halten wenig von sozialen Konventionen, teilen die Werte einer monogamen Beziehung nicht, halten sich nicht an ihre eigenen Versprechen, sind einzig auf ihren Mehrwert aus und werden eine beendete Affäre einfach durch jemand neuen ersetzen.

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